Die Ursachen des Schulterschmerzes

Schulterverletzungen treten häufig bei Sportunfällen auf und machen ca. 5% aller Verletzungen aus, nicht akute Verletzungen im Sinne von Überlastungen liegen bei 3%.
Der Hauptanteil der akuten Verletzungen betrifft hauptsächlich sportlich aktive Patienten im Alter von 20 – 45 Jahren. Die akuten Verletzungen teilen sich auf in Frakturen des Schultergürtels und proximalen Oberarms, allen voran der Schlüsselbeinbruch, Bandzerreissungen am Schultereck und Kapselverletzungen im Rahmen von Schultergelenksverrenkungen. Wiederholte Mikrotraumen bei manchen Überkopfsportarten wie Volleyball oder Tennis können auch zu Gelenksverletzungen führen.
Chronische Verletzungen und Überlastungen werden eher bei über 50 Jährigen angegeben.
Als Ursache der Schmerzen kommt einerseits die Schulter selbst mit ihren verschiedenen Gelenken und funktionellen Einheiten in Frage, andererseits sind immer eine mögliche Schmerzausstrahlung von Seiten der Halswirbelsäule sowie andere Erkrankungen zu berücksichtigen.
Bei den schulterspezifischen Erkrankungen stehen vor allem die Sehnenverletzungen im Bereich der Rotatorenmanschette und der langen Bizepssehne im Vordergrund. Als Ursache der Sehnenverletzungen liegen oft Verengungen der Gleitschicht unter dem Schulterdach vor, im Sinne einer mechanischen oder funktionellen Einengung auf Grund von Instabilitätsproblemen vor.
Schmerzhafte Verkalkungsphänomene der Rotatorenmanschette können unabhängig von anderen Veränderungen auftreten.
Die Schultergelenksarthrose kann oft ohne fassbare Ursache entstehen.
Veränderungen am Schultereckgelenk treten vor allem nach Unfällen aber auch bei schweren Gewichtsbelastungen beim Bodybuilding und Schwerarbeitern auf.
Bei den Schulterunspezifischen Ursachen dominieren vor allem die Erkrankungen der Halswirbelsäule, die immer ausgeschlossen werden müssen. Weiters kommen auch verschiedene Systemerkrankungen und Arthritiden in Frage, sowie Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen bis hin zu Tumoren. Eine Ausschlussdiagnose sind chronische Schulterschmerzen bei depressiven Zustandsbildern.
Aufgrund der komplexen Anatomie des Schultergürtels sowie der Vielzahl an Ursachen sind bei Schulterschmerzen eine ausführliche Anamnesenerhebung, eine genaue klinische Untersuchung mit speziellen Funktionstests, sowie bei Bedarf Röntgen-, Ultraschall-, oder Magnetresonanzuntersuchungen erforderlich um die richtige Diagnose zu stellen und eine effiziente Therapie einleiten zu können.
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dr. med. philippe reuter